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Mein Freijahr

freijahrsgesundheit

in diesem freijahr bin ich forschungsobjekt und forscherin gleichzeitig.  hier stellt sich die frage: trägt ein freijahr zu mehr wohlbefinden und einer besseren gesundheit bei?

meiner meinung nach sollte das unter optimalen voraussetzungen so sein.

optimale voraussetzungen sind für mich: ein naturgemäßes leben, ausgewogenheit zwischen tun und nichts-tun, kein stress, auch kein psycho-sozialer und eine haltung der dankbarkeit verbunden mit einer fähigkeit zu genießen.

wie kann ich den status meiner gesundheit selber einschätzen?

erstens durch ein subjektives wahrnehmen der täglichen befindlichkeit,   festgemacht an der frage:  wie gerne stehe ich morgens auf?  bin ich ausgeschlafener, fröhlicher, tatendurstiger als währende eines arbeitsjahres?  wie zufrieden gehe ich abends schlafen?

durch ein wöchentliches reflektieren über die erlebten, getanen und ungetanen dinge, über das, was geschehen und mir zugefallen ist, über begegnungen, die wesentlich waren. wenn da ausgewogenheit herrscht – in den großen und in den kleinen zielen – , dann war es eine gute woche, die es wert war , auf ihre weise gelebt zu werden.  im ausmaß der zufriedenheit und dankbarkeit, die sich in mir breit machen, kann ich das  subjektiv vergeichen mit den langjährigen empfindungen, die ich üblicherweise  um diese jahreszeit herum hatte.

wie definiert sich für mich ein „naturgemäßes leben“?

kann ich entsprechend meines eigenen biorhytmus aufstehen, pausen machen, aktiv sein? kann ich die zeit, die ich in der natur verbringe auch mit tätigkeiten verknüpfen, die mich den jahreszeitenrhytmus spüren lassen?  bis jetzt – mitte oktober 2009 – ist die bilanz mehr als positiv. seit mehr als einem jahrzehnt habe ich nicht mehr so naturverbunden gelebt, die entsprechenden arbeiten im garten gemacht, obst und gemüse geerntet und verwertet. erstmals in mienem leben habe ich birnen gedörrt, sie  sind ein gustatorisches beweisstück für meinen  zeitluxus auch  dieser hinsicht.

lässt sich ein veränderter gesundheitstatus objektiv messen?

ich hoffe ja.

ich bemerke, wie sich die gastritis vom sommer noch im juli verabschiedet hat und wie es meinem  magen jetzt vollkommen gut geht. weder kaffee noch wein stören. ich und mein magen können diese substanzen derzeit viel besser genießen als sonst. im enegiekörper ist in diesem bereich kein schwarzes loch mehr, er ist schön geschlossen und strahlt. klingt ziemlich subjektiv. zumindest mein gestiegener kaffeekonsum ist objektiv feststellbar…

wie wird das hormonsystem reagieren? was tun schilddrüse und nebenschilddrüse?  werden sich der cholesterinwert und meine knochendichte im laufe dieses jahres verändern ? eine blutuntersuchung nächsten sommer wird vergleichswerte zu denen der letzten drei sommer bringen.

in bezug auf meine linke hüfte muss ich feststellen, dass sie seit einiger zeit wieder leichte beschwerden macht, sich anders anfühlt als die rechte.  irgendwie scheint das gelenk nicht richtig zu sitzen oder vielleicht meldet sich eine bandscheibe auf diese weise zu wort?  seit einigen jahren habe ich immer wieder mal beschwerden in diesem bereich, da dürfte weniger schulstress nichts bringen, der grund hierfür muss ein anderer sein. warum soll ein freijahr alle probleme lösen können? es ist gut, dass es das nicht kann, denn sonst wäre die berufliche tätigkeit nicht die richtige gewesen.

und schließlich: wird die kritischer-blick-falte zwischen den augenbrauen wieder schwächer werden?   wer viel zeit hat, kann viele fragen stellen.  warum nicht? 14 monate ohne ständiges korrigieren von schülerinnenarbeiten könnten doch wirklich entspannung in diesem bereich bringen.  ja, okay,  da gibt es dann im juni 2010  ein vergleichsfoto…

prinz eugen und ich

beide finden wir die zahl 7 bedeutungsvoll. zum beispiel habe ich in meinem 49. lebensjahr, dem 14. jahr aufeinanderfolgenden lehrerinnenseins ein freijahr, eugen kaufte schloss hof im 63 lebensjahr und ließ die 7 zur gestaltenden zahl des grundstücks weden: auf 7 terrrassen entfalten sich schloss- und gartenanlage, immer wieder mal verbunden durch eine anzahl von stufen, die durch 7 teilbar ist.

barockes schloss hof

barockes schloss hof

jetzt, anfang oktober war ich dort, in der 5. woche meines freien jahres, nicht in der 7., was für ein fauxpas!  faszinierend, wie  farbenprächtig blühend die barocken rabatten auch jetzt im herbst gestaltet sind: noch immer stockrosen, skabiosen und fleißige lieschen, viele sorten von dahlien und so vieles mehr. und im sogenannten weinviertler garten lässt sich ein palmen-kohl bewundern. sowas hab ich vorher noch nie im weinviertel gesehen und so schöne weinviertler gärten, in denen blumen neben gemüse und obst wachsen, gibt es leider fast nicht mehr. wer hat heutzutage  die zeit, solche gartenszenarien zu schaffen, zu pflegen und deren produkte  zu verarbeiten?

leben, neu

urlaub auf zakynthos im september. schwimmen im warmen wasser in einer stillen bucht,  in der schildkröten ihre eier ablegen und eigenes bewacherpersonal die nester vor touristen sichert und den strand sauber hält.

wir sind eben schwimmen und sehen, wie ein paar leute richtung strand gehen, auf den boden schauen und wir ahnen , da muss eine kleine meeres schildkröte geschlüpft sein. normalerweise tun sie das nicht am hellen tag.  doch ich schwimme dem ufer entgegen und treffe die kleine schildkröte schon in ihrem lebenselement wasser an, wo ich bloß kurz ein gast bin – und sie dennoch da begrüßen muss, hörbar gesprochen in menschensprache, was vernünftig betrachtet nix nützt und die schildkröte vielleicht sogar ängstigen könnte. doch ich bin sicher, das schildkrötenzwerglein versteht gut  –  über jede artenverschiedenheit hinaus.

auf dem weg in ihre welt

auf dem weg in ihre welt

und ein paar minuten später schlüpft aus dem selben nest ein zweites baby und beginnt sich im heißen sand richtung meer vorzuwuseln. da wird es mitsamt  dem sand unter ihm von 2 helferhänden genommen und zum nassen, kühleren sand vorgetragen. und sanft abgesetzt. noch ein paar schritte und die erste welle spritzt über diese kleine caretta caretta.  sie hält inne, streckt ihren kopf vor und hoch und noch weiter, weiß, das ist ihre welt, in die sie gehört. sie geht weiter.

das leben geht weiter

das "leben" geht weiter

eine zweite welle nimmt sie ein stück hinaus mit und setzt sie wieder auf den strand. mit der dritten welle kommt sie weit genug ins meer um weiter ins leben zu schwimmen.

ein winziges lebewesen, das locker auf meiner handfläche platz hätte, ganz neu, verletzlich und kostbar. äußerlich nur ein bisschen mehr als die reine essenz  des lebens.  schöpfungswunder, das gänsehaut macht.

Hello world!

freundliche grüße vom mikrokosmos in den makrokosmos!

einblick in unseren gartenteich

einblick in unseren gartenteich