mysabbatical

Mein Freijahr

Archiv für Oktober, 2009

propaganda

die leben-schenkenden und -bewahrenden mütter waren eine wichtige basis für das totalitäre dritte reich. die söhne, die sie auffütterten, wurden zum kanonenfutter für den führer.  die nö landesausstellung 2009 bereicherte meinen informationsstand zu diesem thema mit einem propagandazettel anlässlich der volksabstimmung zum anschluss österrreichs an deutschland. so sollten  die mütter österreichs gewonnen werden –  das ist der originaltext, papiergewordener zynismus par excellence:  „mütter! wir wollen, dass weiternhin friede sei! ihr wollt dasselbe. ihr wollt es für eure söhne. ihr wollt, dass das wort des kanzlers gelte: die jugend soll nicht gegeneinander sterben, sie soll miteinander leben. mütter, drum stimmt ihr für österreich, drum stimmt ihr mit JA. eure kinder danken euch.“  warum sich damals mütter auf diese weise manipulieren ließen, kann eine frau in der heutigen zeit nicht mehr nachvollziehen. heute, wo das netz aus diesen lügen und dieser propaganda längst zerrissen ist.  ich  finde  keine worte um meinen abscheu über menschenverachtung dieses regimes auszudrücken.  und natürlich stellt sich die frage nach den lügen und der propaganda in der gegenwart, nach den aktuellen „irrungen“ in unseren leben…

freijahrsgesundheit

in diesem freijahr bin ich forschungsobjekt und forscherin gleichzeitig.  hier stellt sich die frage: trägt ein freijahr zu mehr wohlbefinden und einer besseren gesundheit bei?

meiner meinung nach sollte das unter optimalen voraussetzungen so sein.

optimale voraussetzungen sind für mich: ein naturgemäßes leben, ausgewogenheit zwischen tun und nichts-tun, kein stress, auch kein psycho-sozialer und eine haltung der dankbarkeit verbunden mit einer fähigkeit zu genießen.

wie kann ich den status meiner gesundheit selber einschätzen?

erstens durch ein subjektives wahrnehmen der täglichen befindlichkeit,   festgemacht an der frage:  wie gerne stehe ich morgens auf?  bin ich ausgeschlafener, fröhlicher, tatendurstiger als währende eines arbeitsjahres?  wie zufrieden gehe ich abends schlafen?

durch ein wöchentliches reflektieren über die erlebten, getanen und ungetanen dinge, über das, was geschehen und mir zugefallen ist, über begegnungen, die wesentlich waren. wenn da ausgewogenheit herrscht – in den großen und in den kleinen zielen – , dann war es eine gute woche, die es wert war , auf ihre weise gelebt zu werden.  im ausmaß der zufriedenheit und dankbarkeit, die sich in mir breit machen, kann ich das  subjektiv vergeichen mit den langjährigen empfindungen, die ich üblicherweise  um diese jahreszeit herum hatte.

wie definiert sich für mich ein „naturgemäßes leben“?

kann ich entsprechend meines eigenen biorhytmus aufstehen, pausen machen, aktiv sein? kann ich die zeit, die ich in der natur verbringe auch mit tätigkeiten verknüpfen, die mich den jahreszeitenrhytmus spüren lassen?  bis jetzt – mitte oktober 2009 – ist die bilanz mehr als positiv. seit mehr als einem jahrzehnt habe ich nicht mehr so naturverbunden gelebt, die entsprechenden arbeiten im garten gemacht, obst und gemüse geerntet und verwertet. erstmals in mienem leben habe ich birnen gedörrt, sie  sind ein gustatorisches beweisstück für meinen  zeitluxus auch  dieser hinsicht.

lässt sich ein veränderter gesundheitstatus objektiv messen?

ich hoffe ja.

ich bemerke, wie sich die gastritis vom sommer noch im juli verabschiedet hat und wie es meinem  magen jetzt vollkommen gut geht. weder kaffee noch wein stören. ich und mein magen können diese substanzen derzeit viel besser genießen als sonst. im enegiekörper ist in diesem bereich kein schwarzes loch mehr, er ist schön geschlossen und strahlt. klingt ziemlich subjektiv. zumindest mein gestiegener kaffeekonsum ist objektiv feststellbar…

wie wird das hormonsystem reagieren? was tun schilddrüse und nebenschilddrüse?  werden sich der cholesterinwert und meine knochendichte im laufe dieses jahres verändern ? eine blutuntersuchung nächsten sommer wird vergleichswerte zu denen der letzten drei sommer bringen.

in bezug auf meine linke hüfte muss ich feststellen, dass sie seit einiger zeit wieder leichte beschwerden macht, sich anders anfühlt als die rechte.  irgendwie scheint das gelenk nicht richtig zu sitzen oder vielleicht meldet sich eine bandscheibe auf diese weise zu wort?  seit einigen jahren habe ich immer wieder mal beschwerden in diesem bereich, da dürfte weniger schulstress nichts bringen, der grund hierfür muss ein anderer sein. warum soll ein freijahr alle probleme lösen können? es ist gut, dass es das nicht kann, denn sonst wäre die berufliche tätigkeit nicht die richtige gewesen.

und schließlich: wird die kritischer-blick-falte zwischen den augenbrauen wieder schwächer werden?   wer viel zeit hat, kann viele fragen stellen.  warum nicht? 14 monate ohne ständiges korrigieren von schülerinnenarbeiten könnten doch wirklich entspannung in diesem bereich bringen.  ja, okay,  da gibt es dann im juni 2010  ein vergleichsfoto…

prinz eugen und ich

beide finden wir die zahl 7 bedeutungsvoll. zum beispiel habe ich in meinem 49. lebensjahr, dem 14. jahr aufeinanderfolgenden lehrerinnenseins ein freijahr, eugen kaufte schloss hof im 63 lebensjahr und ließ die 7 zur gestaltenden zahl des grundstücks weden: auf 7 terrrassen entfalten sich schloss- und gartenanlage, immer wieder mal verbunden durch eine anzahl von stufen, die durch 7 teilbar ist.

barockes schloss hof

barockes schloss hof

jetzt, anfang oktober war ich dort, in der 5. woche meines freien jahres, nicht in der 7., was für ein fauxpas!  faszinierend, wie  farbenprächtig blühend die barocken rabatten auch jetzt im herbst gestaltet sind: noch immer stockrosen, skabiosen und fleißige lieschen, viele sorten von dahlien und so vieles mehr. und im sogenannten weinviertler garten lässt sich ein palmen-kohl bewundern. sowas hab ich vorher noch nie im weinviertel gesehen und so schöne weinviertler gärten, in denen blumen neben gemüse und obst wachsen, gibt es leider fast nicht mehr. wer hat heutzutage  die zeit, solche gartenszenarien zu schaffen, zu pflegen und deren produkte  zu verarbeiten?