mysabbatical

Mein Freijahr

Archiv für September, 2009

leben, neu

urlaub auf zakynthos im september. schwimmen im warmen wasser in einer stillen bucht,  in der schildkröten ihre eier ablegen und eigenes bewacherpersonal die nester vor touristen sichert und den strand sauber hält.

wir sind eben schwimmen und sehen, wie ein paar leute richtung strand gehen, auf den boden schauen und wir ahnen , da muss eine kleine meeres schildkröte geschlüpft sein. normalerweise tun sie das nicht am hellen tag.  doch ich schwimme dem ufer entgegen und treffe die kleine schildkröte schon in ihrem lebenselement wasser an, wo ich bloß kurz ein gast bin – und sie dennoch da begrüßen muss, hörbar gesprochen in menschensprache, was vernünftig betrachtet nix nützt und die schildkröte vielleicht sogar ängstigen könnte. doch ich bin sicher, das schildkrötenzwerglein versteht gut  –  über jede artenverschiedenheit hinaus.

auf dem weg in ihre welt

auf dem weg in ihre welt

und ein paar minuten später schlüpft aus dem selben nest ein zweites baby und beginnt sich im heißen sand richtung meer vorzuwuseln. da wird es mitsamt  dem sand unter ihm von 2 helferhänden genommen und zum nassen, kühleren sand vorgetragen. und sanft abgesetzt. noch ein paar schritte und die erste welle spritzt über diese kleine caretta caretta.  sie hält inne, streckt ihren kopf vor und hoch und noch weiter, weiß, das ist ihre welt, in die sie gehört. sie geht weiter.

das leben geht weiter

das "leben" geht weiter

eine zweite welle nimmt sie ein stück hinaus mit und setzt sie wieder auf den strand. mit der dritten welle kommt sie weit genug ins meer um weiter ins leben zu schwimmen.

ein winziges lebewesen, das locker auf meiner handfläche platz hätte, ganz neu, verletzlich und kostbar. äußerlich nur ein bisschen mehr als die reine essenz  des lebens.  schöpfungswunder, das gänsehaut macht.